Blaufränkisch Ried Plachen

Kaum jemand kennt die Weinberge von Rust besser als Günter Triebaumer. Sehr naturnah bewirtschaftet er gemeinsam mit seiner Frau Regina 24 Hektar Rebfläche – aufgeteilt auf viele kleine Parzellen – am Westufer des Neusiedlersees. Triebaumer weiß dadurch genau, welche Lage welcher Sorte am besten entgegenkommt. Wenn er von der Ried Plachen schwärmt, seinem einzigen Weinberg ohne Kalkanteil, auf dem seine ältesten Blaufränkisch-Reben wachsen, kann man daher davon ausgehen, dass es etwas Besonderes ist.

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Regina und Günter Triebaumer in der historischen Freistadt Rust (c) Steve Haider

Die Lage Plachen

Die Unterschiede zwischen den Einzellagen in den Weinen besonders herauszuarbeiten, ist das erklärte Ziel von Günter und Regina Triebaumer. Die seit Jahren hochprämierten Weine spiegeln auch tatsächlich ihre Herkunft deutlich wieder. Der Blaufränkisch ist dafür eine besonders talentierte Sorte, denn er kann den Charakter eines Weinbergs deutlich wiedergeben. Die Lagen Oberer Wald, Gillesberg und Geyerumriss etwa zeigen ihre Kalkprägung sehr klar und unterscheiden sich hauptsächlich durch ihre verschiedenen Expositionen.

Plachen – ein Ruster Unikat

Ein Unikat hingegen ist der Blaufränkisch von der Ried Plachen, die vollkommen kalkfrei ist. Knapp 40 Jahre sind die Reben alt, die hier auf Lehmboden mit Silikatverwitterung wachsen. Laut Günter Triebaumer bringt die Plachen die „weltbesten Blaufränkisch-Trauben“ hervor. Dass Triebaumer die Weinberge naturnah bewirtschaftet, ist kein Zugeständnis an den Zeitgeist, sondern Ausdruck der tiefen Überzeugung und Liebe zur Natur, die bereits Vater Paul zu damals avantgardistischer Weingartenarbeit inspirierte.

Ursprünglich als Experiment begonnen, füllten Günter und Regina Triebaumer im Jahr 2009 ihren ersten Blaufränkisch Plachen. Auf Anhieb folgten zahlreiche hohe Bewertungen und Auszeichnungen, die den Mut der Winzer belohnten.

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Die vier Einzellagen der Triebaumers: Ried Geyerumriss, Ried Gillesberg, Ried Plachen, Ried Oberer Wald (c) Plutonika

Der jüngste Plachen

Die Reben wurden Ende September 2017 bei pannonischem Sonnenschein geerntet, anschließend 14 Tage auf der Maische im Stahltank vergoren und schlussendlich in 300l-Fässern mit 30-prozentigem Anteil an neuen Holzfässern ausgebaut.

Das Ergebnis ist ein Blaufränkisch von dunkler Purpur-Farbe und kräftiger Schlierenbildung. Die Aromatik verspricht ein wildes Kirschspektakel, mit Piment, Zimt und schwarzem Tee, aber auch mit reifen Nektarinen und gerösteten frischen Nüssen. Am Gaumen findet sich eine deutliche Mineralik mit einer anhaltenden Fruchtpikanz und einer feinen Rauchigkeit, gekrönt von einem immens langen Abgang.

Die Kernkompetenzen von Rust

Das Städtchen Rust genießt eine ganz spezielle Lage. Die Stadt liegt direkt am Neusiedlersee, der das kontinentale Klima moderierend beeinflusst. Die Weinberge umgeben Rust wie eine Arena – die tieferen Stufen des Amphitheaters sind ideal für Süßweine geeignet, weil hier die Feuchtigkeit des Sees für die edle Botrytis sorgt. Die höheren Lagen sind trocken und stark windexponiert, hier ist die Heimat des trockenen Furmint und – natürlich – des Blaufränkisch.
Rust hat also drei Kernkompetenzen vorzuweisen!

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