Unser Sortiment

Stilistik

Allein schon unser kontinentales pannonisches Klima mit seinen Jahrgangsschwankungen erfordert Konsequenz, Flexibilität und Feingefühl bei der Weinlese und -bereitung. Einen Status Quo soll es in unserem Betrieb nicht geben, einen stets gesteigerten „Mindeststandard“ aber allemal.

Weissweine

Unsere Weißen und unser Rosé von der Blaufränkisch Reserve spiegeln unsere persönlichen Präferenzen wider. Fruchtbetont und ohne jeglichen Holzeinsatz - so lautet hier die Philosophie. Wesentlich sind uns ein mittlerer Alkoholgehalt und eine pikante Säurestruktur. Genau so, wie das ausgereifte, nicht überreife Trauben mit sich bringen.

Um mit einem alten Klischee aufzuräumen: Im Burgenland sind wir in der Lage, durch einen frühen Lesezeitpunkt sehr hohe Säuregehalte zu erzielen. Dies geht jedoch oft zu Ungunsten von Extraktfülle und Langlebigkeit der Weine. Deshalb gilt: Jedes Extrem ist abzulehnen. Wir legen auf Aromaausdruck und Nähe zu Herkunft und Natur großen Wert. Darum beschränken sich kellertechnische Eingriffe auf das Allernotwendigste. Um den Fruchtcharakter zu unterstreichen, erfolgt die Gärführung und Lagerung der Weißweine ausschließlich im Stahltank.

Rotweine, klassisch ausgebaut

Trockene, fruchtbetonte Rotweine aus dem großen Fass haben bei uns hohe Bedeutung und Tradition. Die dafür herangezogenen Trauben stammen aus jüngeren Rebanlagen und/oder Rieden mit früher Reife. Nach der Gärung und dem Säureabbau, stehen für die jungen Kraftpakete einige Monate Lagerung und „Atmen“ im großen, gebrauchten Eichenfass auf dem Programm, um dann im Frühsommer des darauf folgenden Jahres auf die Flasche gezogen zu werden.

Diese Vorgangsweise garantiert – in Verbindung mit den meist lehmig-kalkigen Rotweinböden unseres Weinbaugebietes – eine „kühle“ und höchst sortentypische Fruchtexpression, die auch noch nach Jahren großen Trinkspaß bereitet. Wichtig ist, dass unsere Rotweine immer als „Österreicher“ respektive „Burgenländer“ erkannt werden.

Rotweine, im Barrique ausgebaut

Wir bezeichnen uns selbst als „Struktur-Trinker“ und verzichten deshalb auf physikalisch-technische Konzentrationsmethoden. Trotzdem - oder vielleicht gerade deshalb - lassen unsere „Barrique-Ausgebauten“ nichts an Kraft, Tiefe und Freude zu wünschen übrig. Um dies auf natürliche Weise zu erreichen, werden vor allem ältere Weingärten dafür herangezogen, die zusätzlich besonders rigoros ausgedünnt werden.

Nach später Ernte, sehr selektiver Ernte in Handkisten, langer Gärung und vollständigem Säureabbau, erfolgt die weitere Lagerung 12 - 14 Monate lang in meist neuen, kleinen Eichenfässern klassischer Herkünfte. Nach 6 - 8 Monaten Ruhezeit in der Flasche kommen die Weine schließlich auf den Markt. Um den Rotweingenuss zu fördern, ist ein späterer Verkaufszeitpunkt erstrebenswert. Dekantieren empfiehlt sich bei Rotweinen dieses Nuancenreichtums in jedem Fall.

Edelsüsse Weine

Besonders in niederschlagsreichen Jahren tritt im Nebel des Spätherbstes die Edelfäule - Botrytis Cinerea - auf. Dieser Pilz mazeriert die Beerenhäute. Das milde, leicht windige Herbstwetter lässt den Wassergehalt der Beeren verdunsten, natürlicher Zuckergehalt und Extrakt steigen.

Dann heißt es: Selektionieren - Beerenauslese - Ausbruch! Gemeint ist, dass der eingetrocknete Teil der Trauben herausgebrochen wird. Süßweine von außergewöhnlicher Struktur und Finesse entstehen, so wie es in Rust seit vielen Jahrhunderten Tradition hat und Weinidentität stiftet. Auch edelsüße Weine haben Frucht. Ganze Obstkörbe, Blumensträuße und Gewürzladen tun sich auf. Ruster Ausbruch weist im Idealfall ein Ausgangsmostgewicht von 31°KMW-plus auf und hat eine perfekte Balance von Säure, Alkohol und Restzucker. Seit dem Jahrgang 1989 werden unsere Ausbruchweine reduktiv ausgebaut.

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